Die gesunde Hochschule ist Chefsache! Fazit der Bundestagung in Berlin

23.09.13

 

Um als Hochschule leistungs- und wettbewerbsfähig zu sein, müssen Hochschulleitungen Gesundheitsförderung als strategischen Faktor in der Hochschulentwicklung verankern und entsprechende Rahmenbedingungen für Beschäftigte und Studierende schaffen. Zu dieser Einschätzung gelangten die Hochschulkanzlerinnen und -kanzler auf ihrer 29. Jahrestagung „Gesundheit als Erfolgsfaktor für eine Hochschule“ vom 18. bis 20. September 2013 in Berlin.

Bürokratische Prozesse, befristete Verträge, unzureichende Führung – immer mehr Hochschul-angehörige sind aufgrund der Arbeitsbedingungen an Hochschulen nicht mehr imstande, ihre Leistungsfähigkeit voll auszuschöpfen. Beschäftigte fallen aufgrund körperlicher oder psychischer Erkrankungen monatelang aus, arbeiten weniger motiviert oder haben bereits innerlich gekündigt. Das Potential der Hochschule und somit ihre Wettbewerbsfähigkeit werden hierdurch geschwächt. 

An drei Tagen diskutierten rund 100 Vertreterinnen und Vertreter von Hochschulleitungen, aus der Politik und aus dem Gesundheitswesen über mögliche Konzepte und Best-Practice-Beispiele zur Gesundheitsförderung an Hochschulen. Input gaben unter anderen Prof. Dr. Horst Hippler, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Thomas Ilka, Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit und Dr. Knut Nevermann, Staatssekretär für Wissenschaft in Berlin. In Workshops widmeten sich die Kanzlerinnen und Kanzler drei Themenschwerpunkten, die sie als entscheidend für die Gesundheitsförderung von Hochschulen erachten: Führungsverhalten, Konzeptentwicklung für ein Betriebliches Gesundheitsmanagement sowie die Gestaltung von Arbeitsumgebungen und Lernräumen. Außerdem reflektierten sie ihren eigenen Umgang mit Stress. Als besonderes Problem der Hochschulen – neben der generell steigenden Arbeitsbelastung – sahen die Hochschulkanzlerinnen und -kanzler die zunehmende Übertragung von Aufgaben und Berichtspflichten ohne gleichzeitige Aufstockung der Ressourcen.  

Bernd Klöver, Sprecher der Hochschulkanzler: „Für ein Betriebliches Gesundheitsmanagement an Hochschulen reicht es nicht, ein Massageangebot oder eine Hochschulsportgruppe einzurichten. Um die Arbeits- und Lernbedingungen flächendeckend zu verbessern, müssen Politik und Ministerien einerseits Geld in die Hand nehmen, und andererseits ihre Berichtsanforderungen, die von zahlreichen Personen in den Hochschulen bearbeitet werden, auf das notwendige Maß reduzieren.“ 

Prof. Dr. Horst Hippler, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK): „Gesundheit ist Chefsache. Die Hochschulleitung muss das Thema in die strategische Hochschulplanung einbeziehen und die Beschäftigten und Studierenden beteiligen. Entscheidend ist, sich die Bedeutung von Prävention bewusstzumachen. Insbesondere an Hochschulen, die bekanntermaßen die Führungskräfte von morgen ausbilden.“

Die diesjährige Jahrestagung der Hochschulkanzler fand an der Alice Salomon Hochschule Berlin (ASH) und an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB) statt.